SIGNUM open space

Das Signum Quartett sieht sich als Kulturvermittler der Stadt und des Landes Bremen und ist auf der Suche nach einem Ort, an dem Kunst, auch spartenübergreifend, neu und vielseitig entstehen und weitergedacht werden kann – SIGNUM open space: ein Forum für (internationale) Kultur vor Ort.

Das von der internationalen Presse gefeierte Spitzenensemble bereichert die Bremer Kulturlandschaft auf herausragende Weise und trägt den Ruf der Stadt Bremen auf die
großen Konzertbühnen der Welt. So ist es gern gesehener Gast in bedeutenden Konzertsälen wie der Carnegie Hall New York, dem Concertgebouw Amsterdam, dem Konzerthaus Berlin und in Metropolen wie Madrid, Wien und London.

Der Ausgangspunkt für alle künstlerischen Projekte soll die Kammermusik sein – die wohl intimste und persönlichste Art Musik zu machen und sich ohne Worte mit gegenseitigem Respekt zu verständigen. Eine Art der Unterhaltung, die das Signum Quartett gerne mit seinem Publikum teilen möchte, um Menschen zusammenzubringen und ihnen ein Erlebnis zu schenken, das nicht nur auf musikalischer Ebene berührt, sondern auch einen einmaligen persönlichen Mehrwert in sich trägt.

Geplant ist ein vielseitiges Angebot – Workshops, (Werkstatt-) Konzerte, Education – mit niedrigschwelligem Zugang für Menschen jeden Alters und zugleich Anziehungspunkt für international renommierte Künstler:innen aller Sparten.

Es sollen persönliche und nachhaltige Momente zwischen den Bremern und den Darbietenden entstehen – die Musiker:innen wollen nicht nur für einen Augenblick auf der Bühne von weitem zu sehen, sondern nah am Publikum sein. SIGNUM open space bietet ein Forum, das neben Konzerten, öffentlichen Proben und Workshops Raum und Zeit für Gespräche, Interaktion und gegenseitige Inspiration ermöglicht.

Noch Ende dieses Jahres wird das Signum Quartett drei besondere und außergewöhnliche Projekte mit außergewöhnlichen Gästen verwirklichen.

Projekte

8.10.2022, Villa Sponte
SIGNUM open space | Workshop mit dem Pianisten Alexander Lonquich
12 – 14 Uhr öffentlicher Workshop
anschließend Möglichkeit zum Ausstellungsbesuch „l’autre réalité“
18.15 Uhr – Werkstattkonzert

18.12.2022, St. Remberti
SIGNUM open space | Werkstattkonzert mit dem Bratschisten Nils Mönkemeyer
19.30 Uhr – Werkstattkonzert

21.12.2022, Zentrum für Kunst (Tabakquartier)
SIGNUM open space | Werkstattkonzert mit den Tänzern Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola & Martí Corbera
17 Uhr – Werkstattkonzert

Alexander Lonquich – Pianist

Ein Herzensprojekt im Rahmen des SIGNUM open space ist das Treffen mit dem weltweit renommierten, exquisiten Pianisten Alexander Lonquich. Neben in näherer Zukunft geplanten gemeinsamen Konzerten, soll das Treffen im Oktober in Form eines Workshops stattfinden, bei dem wir gemeinsam mit Alexander Lonquich das Streichquartett G-Dur, D 887 von Franz Schubert erarbeiten und neu kennenlernen möchten.

Lonquichs unverfälschter, unprätentiöser Blick auf die Musik, gepaart mit dem ihm eigenen Anspruch an einen klaren und uneitlen und immer alle Dimensionen eines Werkes in ihrer Tiefe ergründen wollenden Ausdruck, möchten wir zurate ziehen, um als Vorbereitung unserer CD – Produktion im Dezember 2022 Schuberts Musik neu zu erfahren.

Von besonderem Reiz ist für uns, dass wir in Alexander Lonquich auf einen feinsinnigen Künstler treffen, den wir über alle Maßen schätzen und uns seiner Herangehensweise sehr verbunden fühlen. Gerade die Tatsache, dass sein Ausdrucksmittel kein Streichinstrument ist und er somit aus einem anderen Blickwinkel auf die Musik schaut, eröffnet uns allen neue Dimensionen in der Erarbeitung dieses Werkes. So können unsere gemeinsamen Diskussionen über Interpretationsmöglichkeiten und Herangehensweisen auf einer Ebene, aber fern von instrumental – spezifischen Aspekten stattfinden.

Wir möchten diesen Austausch und das gemeinsame Erarbeiten von Schuberts Musik als offenen Workshop gestalten, in dem Interessierte unserem Dialog und dem gemeinsamen Ergründen dieses legendären Meisterwerkes beiwohnen können. Aber auch in Gänze wird das Werk in einem Werkstattkonzert zu hören sein.

Nils Mönkemeyer – Bratschist

Einer der ältesten Freunde des Signum Quartetts ist der Bratschist Nils Mönkemeyer, der dem Bremer Konzertpublikum natürlich kein Unbekannter ist. Schließlich ist er im Bremer Umzu aufgewachsen und hat hier die Grundsteine zu seiner beeindruckenden Karriere gelegt. Wohl auch deswegen war er sofort dazu bereit bei einem unserer Werkstattkonzerte dabei zu sein.
Wir werden gemeinsam ein Programm vorbereiten, das im Januar 2023 in der Hamburger Elbphilharmonie zur Aufführung kommen wird.

Das Streichquintett in g-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart und das Streichquintett von Philipp Jarnach sind gleichermaßen Meisterwerke ihrer Gattung. Wobei das eine zu den bekanntesten Vertretern zählt, das andere hingegen geradezu in Vergessenheit geratenen ist. Dabei war Jarnach vor einhundert Jahren einer der gefragtesten Komponisten Deutschlands. Sein Quintett wurde bei den allerersten Donaueschinger Tagen für Neue Musik zusammen mit Hindemiths zweitem Streichquartett uraufgeführt. Ein beeindruckendes Variationen – Werk von dunklem Timbre und fantasievollen Bildern unterschiedlichster Charaktere.

Ebenso erzählerisch und farbenreich ist das erste Streichquartett von Leoš Janáček, inspiriert von Lev Tolstois „Kreutzersonate“. Im Gegensatz zu den beiden Quintetten ist dieses Meisterwerk schon lange Teil unseres Repertoires.
Wir präsentieren dem Publikum in unserer Werkstatt dieses Mal drei Stücke in sehr unterschiedlichen Stadien unserer gemeinsamen kreativen Entwicklung.

Schubert und Tanz mit Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola und Martí Corbera – Tänzer

In diesem Aufeinandertreffen zweier Vertreter der Sparten Tanz und Musik, die ihr Fach auf sensibelste, unerschrockene, aber auch alles hinterfragende Art und Weise verkörpern, geht es darum, die Tiefen von Schuberts Werken neu auszuloten und neue Blickwinkel auf die Musik zu finden.

Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola, international agierender Tänzer und Choreograph, war jahrelang Tänzer bei Sasha Waltz & Guests und ist zudem klassisch ausgebildeter Sänger. Er setzte sich in seinem choreographischen Schaffen in Zusammenarbeit mit u.a. der Akademie für Alte Musik Berlin, Midori Seiler, der Geneva Camerata oder auch Anna Lucia Richter immer wieder mit Werken der klassischen Musik auseinander.

Hinzu kommt sein künstlerischer Partner, der Tänzer Martí Corbera. Er begann seine Karriere als Flamenco – Tänzer und war Gast bei einigen der bedeutendsten Festivals dieses Genres, bevor er 2019 seine intensive Zusammenarbeit mit Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola aufnahm.

Das Signum Quartett hat sich mit seinem bei Pentatone erschienenen Schubert – Album – Zyklus, dessen nächster Teil 2023 erscheinen wird, einen Namen als einer der feinsinnigsten und herausragendsten Interpreten von Schuberts Musik gemacht.
Gemeinsam werden wir durch die Verbindung von Musik und Tanz eine bisher ungesehene Dimension von Schuberts Werk ergründen und den darin enthaltenden, von Schubert so einzigartig in Klang gefassten, großen Themen wie Fragilität, Verletzbarkeit, Stärke, Ewigkeit und Jenseits einen neuen synergetischen Ausdruck verleihen, um uns so dem Werk ganz anders und neu zu nähern. Dabei werden wir als dynamisch agierende Protagonist:innen in die Choreographie der Tänzer mit einbezogen, welche zudem den Rahmen der Konzertbühne beziehungsweise des Konzertortes neu beleuchtet.

Eine große Besonderheit dieses Projektes ist, dass bis zu dessen Beginn offen ist, was genau auf künstlerischer Ebene passieren und wohin uns die gemeinsame Arbeit führen wird. Erst im Laufe des Zusammenwirkens wird sich eine neue, eigene Form herauskristallisieren. Alles, was geschieht, entsteht spontan und entwickelt sich aus dem Moment heraus.

Erklingen werden, neben einer Auswahl aus Schuberts Streichquartett – Literatur, auch Liedbearbeitungen von Xandi van Dijk, die bei ihrer CD – Veröffentlichung für große Aufmerksamkeit gesorgt haben.

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